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Der starke Schweizer Franken: Wie die Schweizer auf die harte Nationalwährung reagieren

admin Nov 13,2015 0 Kommentare

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Mit der Trennung vom Euro-Wert überstürzte sich der Währungskurs für viele Schweizer, aber auch Ausländer. Kredite, die in Schweizer Franken aufgenommen wurden, sind vielen Menschen in Euroländern wie etwa Österreich oder Deutschland zum Verhängnis geworden. Denn der Kurs des Frankens ging steil nach oben – und damit auch sein Wert gegenüber Fremdwährungen. Hat eine harte Eigenwährung jedoch nur Vorteile, und wenn nicht, was sind die grössten Nachteile im Falle der Schweiz? Wie reagiert die Schweizer Zivilbevölkerung auf den nun sehr starken Euro, welche Möglichkeiten und welche Nachteile tun sich dank des gestiegenen Kurses nun auf? Wir analysierten die Auswirkungen des Kurswechsels und seine Reaktionen innerhalb der Schweiz.

Gedämpftes Wachstum für Tourismus und Fremdenverkehr

Die Schweiz gilt mit ihrer prächtigen Flora und Fauna, ihren hohen und schitauglichen Bergen aber auch ihren Seen und kulturellen Angeboten als attraktives Tourismusland, besonders in der Wintersaison. Zwar war die Schweiz schon seit langem als relativ hochpreisiges Urlaubsland bekannt, mit der Wertsteigerung des Frankens ging es vielen Urlaubern aber zu weit. Besonders europäischen Reisenden widerstrebt es durch die Teuerung, in die Schweiz zu fahren, ein leichtes Plus ist hingegen bei Touristen aus der Oberschicht aus Schwellenländern wie etwa Indien und China zu erwarten. Insgesamt ist der harte Währungskurs für die Branche zwar spürbar, wird aber durch starke Werbung und eine steigende internationale (aussereuropäische) Nachfrage gedämpft.

Starker Wettbewerbsnachteil für grenznahe Geschäfte

Immer mehr Schweizer Bürger entscheiden sich dafür, ihre Einkäufe besser im Ausland zu erledigen. Durch den günstigen Eurokurs sind Produkte im Durchschnitt bis zu 30 Prozent günstiger, was Schweizer oft aus bis zu hundert Kilometer Entfernung zur Grenze ins Ausland treibt. Deutsche Städte wie etwa Lörrach boomen durch das Geschäft mit den Schweizern, mittlerweile kommt in die grenznahen Kleinstädte oft das Zehnfache der eigenen Bevölkerung.
Eine Entwicklung, die sowohl vielen Deutschen als auch vielen Schweizern Sorgen macht. Denn durch die vielen Schweizer Einkaufstouristen steigen die Preise für deutsche Durchschnittsverdiener spürbar an, mitunter kostet eine Mahlzeit in einem normalen Gasthaus über 20 Euro – eben Schweizer Niveau. Doch die Eidgenossen gaben allein 2013 bereits 5 Milliarden Franken im benachbarten Deutschland aus. Wieviel sie jetzt ausgeben ist schwer schätzbar, allerdings holen sich zurzeit pro Monat allein in der Region Basel 500 000 Schweizer die Mehrwertsteuer zurück.
Einbussen herrschen allerdings naturgemäss in den grenznahen Städten und Einkaufszentren. Zwar sind die Schweizer Geschäfte die Vorliebe für das Einkaufen im Ausland schon seit langem gewöhnt, diese Form von Einkaufsflucht ins Nachbarland Deutschland gab es allerdings noch nie. So spricht etwa das Modehaus Rudolf, welches im Grenzstädtchen Kreuzlinger steht, von Einbussen von bis zu 40 Prozent. Auch im weiteren Umfeld schwächelt der Einzelhandel, Lehrlingsplätze werden immer seltener ausgeschrieben und auch gross angelegte Werbeaktionen bringen oft nur geringfügig mehr Umsatz.

Folgenschwere aber verkraftbare Entscheidung für die Schweizer Wirtschaft

Kaum eine Wertsteigerung der Schweizer Nationalwährung wie die der durch die Trennung des Kurses mit dem Euro ist in der Geschichte des Franken so gravierend ausgefallen. Die neuen Veränderungen bringen Vorteile für die Wirtschaft in den Nachbarländern, vor allem Deutschland, und sorgen aber für starke Konjunktureinbrüche im Inland. Trotz der Tatsache, dass die Schweizer Wirtschaft ein schweres Los im Fremdenverkehr und Export gezogen hat, ist jedoch zu erwarten, dass der wirtschaftliche Dämpfer durch die enorme Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandort Schweiz schon bald wieder überwunden sein wird.

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