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Die Auswirkungen des niedrigen Ölpreises auf die Weltwirtschaft

admin Nov 12,2015 0 Kommentare

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Billiges Öl wird oft mit positiven Dingen verbunden: Günstiger Sprit an der Tankstelle, niedrigere Kosten für Unternehmer und Privathaushalte, eine Erholungsphase für Staat und Steuerzahler. Sprich: Ist das Öl günstig, raucht der Schornstein, die Wirtschaft brummt und auch der durchschnittliche Bürger profitiert davon. Der anhaltend relativ niedrige Ölpreis sorgt allerdings dafür, dass viele Wirtschaftswissenschaftler negative Prognosen in Verbindung mit dem Ölgeschäft äussern. Wie wirkt sich der niedrige Preis des schwarzen Goldes allerdings wirklich auf den Weltmarkt aus? Wir werfen einen Blick auf die Auswirkungen des niedrigen Kurses weltweit.

Eine schwierige Situation für Förderer von erneuerbarer Energie und die Ökobranche

Je billiger das Öl desto unattraktiver werden andere, nicht fossile Formen der Energiegewinnung für Investoren und Unternehmer. Massnahmen zur Verbesserung und Optimierung von Treibstoff- und Benzinverbrauch in Industrie aber auch zum Beispiel bei Autos könnten verzögert werden. Schritte in Richtung einer ökologischen und nachhaltigen Gesellschaft könnten auf die Warteliste geschoben werden, zum Beispiel im öffentlichen Verkehr oder in der Schwerindustrie, die massgeblich von Öl abhängig ist.
Aber auch die Förderung von Öl selbst steht in Gefahr, nicht mehr weiterentwickelt zu werden, da der Ölpreis den Eindruck macht, dass es eh noch mehr als genug gäbe. Jedoch sind ausgeklügelte Methoden wie etwa Fracking ausbaufähig, viele andere Förderarten steckten in ihrer Entwicklung noch in den Kinderschuhen, könnten aber extrem wichtig werden, wenn die einfach zu fördernden Ölvorkommen in den nächsten 150 Jahren zu Neige gehen.

Eine Handvoll Gewinner, viele Verlierer

Der Preis für ein Barrel Erdöl liegt mittlerweile bei 45 US-Dollar, im November 2014 war er noch ganze 80 Dollar wert. Zwar sorgt der günstige Kurs für einige Branchen für Erleichterungen, grösser ist allerdings die Zahl der Verlierer. So bedroht der niedrige Ölpreis Dritte-Welt-Staaten und Schwellenländer, die auf das Geschäft mit dem Öl angewiesen sind.

Sonst eher wirtschaftsschwache Staaten wie etwa Venezuela leiden unter dem niedrigen Ölpreis und sind langfristig sogar existenzbedroht. Auch Staaten wie Kuba, Kuwait oder Libyen macht der jetzige Wert pro Barrel zu schaffen und beginnen jetzt bereits mit massiven Stellenabbau im öffentlichen Dienst, Lohnkürzungen sowie Steuererhöhungen. Die reichen Golfstaaten und wirtschaftsstarke Länder wie Russland können die Ölkrise zwar einigermassen gut verkraften, alle anderen Förderländer sind durch den niedrigen Ölpreis allerdings mittel- bis langfristig in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht.
Doch auch in

europäischen Industriestaaten wie Deutschland, Frankreich oder Japan gibt es nicht wenige Verlierer des niedrigen Ölpreises. So verliert etwa der österreichische Ölkonzern OMV über eine Milliarde Euro dieses Jahr, auch russische Förderunternehmen wie Gazprom und Rosneft verlieren grosse Anteile ihres jährlichen Profits, und durch die grossen Steuereinnahmen dieser Konzerne schwankt auch die Ausgeglichenheit des Budgets vieler europäischer Staaten.

Kurzfristiger Profit, langfristig jedoch fragwürdig

Kurzfristig betrachtet, bringt der niedrige Ölpreis jede Menge an Vorteilen für viele Unternehmen und Branchen. Doch schon jetzt leiden mindestens genauso viele Staaten und Firmen unter dem niedrigen Preis, während die langfristigen Auswirkungen bei anhaltendem Preis vermutlich noch viel schlimmer sein werden. Fehlende Investitionen in Nachhaltigkeit, eine weitaus stärkere Belastung für die Umwelt und ein schnelleres Versiegen von Erdöl droht sonst, ebenso wie ein Zusammenbrechen von wirtschaftlich schwachen Staaten, die auf die Einnahmen durch Erdöl angewiesen sind.

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