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Was kostet Elektromobilität?Kosten des Betriebs von ElektroautosVon Klaus Theißing Antwort
Nach Aussage einer Studie des ADAC [1] sind Elektroautos mit dem derzeitigen Strommix in Deutschland nicht „grüner“ als Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben. Die Lebenszyklusanalyse (Gesamt-Ökobilanz) sei aufgrund des Bereichs Entsorgung der Batterien noch nicht erforscht. Umwelt- und Klimaschutz sprechen im Moment also noch nicht für ein Elektrofahrzeug, wenn man von dem Vorteil der Emissionsentlastung in Ballungsräumen absieht. (Siehe dazu auch Aktualisierung vom 21. Feb. '12.) Ferner stehen der weiteren Verbreitung laut ADAC auch die Vielfalt der Modelle aus Klein- oder Kleinstserien entgegen. Erst langsam setze sich in der Öffentlichkeit die Meinung durch, dass E-Autos keinen Verzicht auf Sicherheit und Fahrvergnügen bedeuten. Auch ein Elektroauto könne passiv sicher und mit aktiven Sicherheitssystemen wie ESP oder ABS etc. ausgerüstet werden. Und im Beschleunigungsvermögen stellt ein Elektromotor den Benziner leicht in den Schatten. Als entscheidendes Kaufhemmnis nennt die ADAC Studie die begrenzte Reichweite der Elektrofahrzeuge. Denn unter den in der Studie getesteten 13 Wagen schaffen nur zwei – nämlich der Opel Ampera und der Toyota Prius Plug-in – mehr als 200 km Reichweite. Weiter verringert wird die Reichweite durch Komfort wie die Zuschaltung der im Winter notwendigen elektrischen Heizung oder der Klimaanlage, sowie das Fahren mit höherer Geschwindigkeit, z. B. auf der Autobahn. Neben dem für die Nutzer von Elektroautos wichtigen Faktor Reichweite ist die hohe Ladedauer von oft mehr als 6 Stunden bei 240 Volt und den hohen Anschaffungskosten das zweite Hemmnis, das einer raschen Verbreitung der Elektroautos entgegen steht. So gut die Beschleunigungswerte sind, bei der Höchstgeschwindigkeit muss man kompromissbereit sein: Die Höchstgeschwindigkeit variiert bei 9 der rein elektrisch betriebenen Kfz zwischen knapp über 100 und 150 km/h. Zwei Kleinwagen erreichen gerade einmal 100 km/h. Der Stromverbrauch schwankt dabei erheblich: Der Mitsubishi iMiEV benötigt:
Mit einer durchschnittlichen CO2-Emission von 565 g/kWh bei der Stromerzeugung in Deutschland 2009 [4] ergeben sich bei einem Durchschnittsverbrauch von 16,9 kWh für 100 km Fahrtstrecke die Emission von 95,48 g pro Kilometer. Der Mitsubishi Colt 1.1 ClearTec Inform emittiert hingegen bei einem Verbrauch von 4,9 Litern Superbenzin nur rund 115 g/km CO2. Im Vergleich emittieren konventionelle Autos also „nur“ rund 20 % mehr CO2 pro Kilometer. Dieser Vorteil kann durch die Weiterentwicklung der Otto- und Diesel-Motoren in den nächsten Jahren kompensiert werden. Für den Verbraucher stellt sich auch die Alternative, 20 Prozent der jährlichen Fahrleistung einzusparen, sei es durch Fahrgemeinschaften zur Arbeit oder die Nutzung eines Fahrrads für Kurzstrecken. Finanziell günstiger ist das allemal. Was sind beim Elektroauto die wesentlichen Kostenfaktoren:
Innovative Ansätze böten ggf. eine einen Ausweg – ein Vergleich: Kaum jemand kauft ein Handy „ohne Vertrag“. Erst durch die vertragliche Kopplung von Neugerät und Gesprächsgebühren bei dem der Gerätepreis auf die Gesprächsgebühren umgelegt und so über Jahre finanziert wird, scheint es für viele Kunden erschwinglich. Derartige Angebote werden auch im Bereich der Elektromobilität gemacht: das Leasing der Batterie inkl. aller Stromkosten ist bei Erwerb des MK 1E-KAT auf der Basis des Ford KA und des MK CARe500 auf der Basis des Fiat 500 für 178,50 Euro/Monat möglich. Das Leasingangebot des Peugeot iOn (vergleichbar mit dem Peugeot 107) beinhaltet bei einer Vertragslaufzeit von 48 Monaten und einer Fahrleistung von jährl. 10.000 km alle Wartungs- und Verschleißkosten (Bremsen, Räder und andere Bauteile). Sogar Winterräder, ein Notfalldienst und zweimaliges Abschleppen – auch bei leerer Batterie – sind im Paket enthalten. Die Garantie auf die Batterie beträgt 5 Jahre bzw. 50.000 Kilometer, so dass sich der Leasingnehmer (außer der Ladung der Batterie) keine Gedanken um die Batterie machen muss. Gleichen sich hoher Anschaffungspreis und geringer Betriebspreis aus?Der Vergleich der Strom- bzw. Kraftstoffkosten weist auf die unterschiedliche Kostenstruktur von Pkw mit Benzin-, Supertreibstoff und Elektroauto hin:
Der Mitsubishi iMiEV benötigt beispielsweise für 60.000 km knapp 2.000 Euro für Strom. Der vergleichbare Mitsubishi Colt 1.1 ClearTec Inform benötigt für die gleiche Fahrleistung Treibstoff für mehr als 4.000 Euro. Das Elektroauto ist also bei hohen Fahrleistungen günstiger, wegen der geringen Reichweite ist aber dazu gerade nicht prädestiniert. Die Gesamtkosten für 4 Jahre (inkl. Steuern, Haftpflicht, und Vollkasko) berechnet der ADAC anhand des Peugeot iOn und seines Pendants, des Peugeot 107: Mit rund 700 Euro liegen die monatlichen Kosten des E-Autos mehr als doppelt so hoch wie „der Benziner“ mit knapp über 300 Euro. Bei dem derzeitigen Treibstoff- und Strompreisen gleichen sich die Kosten somit nicht aus, auf absehbare Zeit wird das Elektroauto aufgrund des hohen Anschaffungspreises und des daraus resultierenden höheren Wertverlusts weiterhin erheblich teurer bleiben. Durch die geringe Reichweite dürfte die Ablehnung wohl verstärkt werden. Weitere Hintergründe sowie eine Übersicht der technischen Daten der getesteten Elektroautos können der Studie „Elektroautos – Bestandsaufnahme / Kenndaten“ aus dem Februar 2011 [1] entnommen werden. Aktualiserung nach der Präsentation des Elektro-Smart im Sept. '11
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h soll der Elektro-Smart nach Angaben des Herstellers rund 140 km Reichweite besitzen. Die Ladung der Batterie von 20 % auf 80 % Ladestatus soll etwa 3,5 Stunden benötigen. Die Ladung einer leeren Batterie soll an einer „Normalen Steckdose“ etwa 8 Stunden dauern. Mit einer optionalen Schnelladestation, der so genannten „Wallbox“ (im Bild mit SPX beschriftet), soll das Auto in nur einer Stunde wieder komplett aufgeladen sein. [6] Aktualisierung 21. Feb. '12: Studie des Öko-Instituts In der Zeitung taz wurde am 30. Januar der Artikel „Umweltbilanz von Elektroautos: Öko nur gegen Aufpreis“ veröffentlicht in dem auf eine Studie des Öko-Instituts hingewiesen wird. Die taz behauptet darin „Ein neus Gutachten zeigt aber: Ohne Ökostrom sind Elektroautos eine Klimabelastung.“ … zum Artikel in der taz online (Titel und Text: taz online) Siehe auch
Quellen
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