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Kann CCS Kohlekraftwerke Klima-neutral werden lassen?
Kurzfassung Dem Thema „Realität oder Utopie- ist CCS der Klimaretter?“ war ein Debatten-Abend der Stiftung Energie und Klimaschutz Baden-Württemberg mit dem Referenten v. Trotha, Prof. Schellnhuber, Dr. Backes, Prof. Hüttl, Dr. Beck und Dr. Grünwald gewidmet. Zum ersten Mal seit Nutzbarmachung des Feuers durch den Menschen soll das Endprodukt der Verbrennung von Holz, Kohle und Öl nicht einfach in die Atmosphäre entweichen dürfen, sondern durch „Carbon Capture and Storage“ (CCS), also Einfang und Lagerung des bei der Verbrennung von Kohlenstoffverbindungen entstehenden CO2 zurückgehalten und entsorgt werden. Die Bundesregierung rechnet in ihrem neuen Energie-Konzept ab 2025 mit der Markteinführung von CCS, um ihre ehrgeizigen Ziele einer bis 2050 zu 80 % CO2 freien Stromerzeugung erreichen zu können. Diesem aktuellen Thema war bereits am 25. März 2009 ein Debatten-Abend der Stiftung Energie und Klimaschutz Baden-Württemberg mit hochkarätiger Besetzung gewidmet (s.u.). CO2 ist das wichtigste Klimagas: es trägt zu 77 % zu der aktuellen globalen Erwärmung bei und hat damit den größten Anteil am vom Menschen mit verursachten Effekt. CO2 bildet nur rund 15 % der Gase, die den Schornstein des Kraftwerks verlassen. Man kann das CO2 durch Auswaschen mit Aminen oder Karbonaten abtrennen. Dieser Prozess erfordert aber einen hohen Energieeinsatz, der dazu führt, dass der Kraftwerkswirkungsgrad um 10–15 Prozentpunkte sinkt. Der Bedarf an CO2 in der Industrie kann nur einen kleinen Teil der großen Mengen aufnehmen, die aus der Energieerzeugung kommen. Am besten kann man CO2 einsetzen, um aus bereits erschöpften Öl- und Gas-Quellen noch weitere Mengen fördern Aber auch dafür ist der Bedarf zu klein, um alles zurückgehaltene CO2 zu nutzen. Der größte Teil des abgetrennten CO2 muss deshalb entsorgt, oder, wie es im CCS-Gesetz heißt „dauerhaft gespeichert“ werden. Das Ziel ist es, das abgetrennte CO2 für mindestens 1000 Jahre von der Atmosphäre fern zu halten. Deshalb soll das CO2 in tiefen geologischen Formationen eingelagert werden. Zurzeit wird in einer Pilotanlage in Ketzin die Speicherung in einer Salzwasser führenden porösen Gesteinsformation erprobt. In Deutschland bestehen kurz- und mittelfristig nutzbare Möglichkeiten zur Speicherung von CO2 im industriellen Maßstab in erschöpften Erdgaslagerstätten und in tiefen salzwasserführenden Grundwasserleitern in mehr als etwa 1000 m Tiefe. Diese stehen vor allem im Norddeutschen Becken, also in den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, zur Verfügung. Für die Abtrennung, die Aufbereitung, den Transport in Pipelines und die Verpressung des CO2 muss Energie aufgewendet werden. Der Wirkungsgrad eines modernen Kohlekraftwerks von ca. 45 % sinkt durch Einführung von CCS auf 37 – 31 %, der Bedarf an Kraftwerkskapazität und Brennstoffen steigt damit bei gleicher produzierter Strommenge um 10 – 40 %. Die Stromerzeugungskosten der Kraftwerke steigen nahezu auf das Doppelte. Damit erweist sich CCS als eine verhältnismäßig teure Methode. Die Verwirklichung höherer Wirkungsgrade bei neuen Kohlekraftwerken wird deshalb immer sehr viel kostengünstiger sein. Dennoch hat CCS trotz der hohen Kosten möglicherweise eine wichtige Funktion, um einen Energiemix mit einer starken Grundlastkomponente auf Kohlebasis klimaverträglich zu machen. Weitere Informationen können Sie der Langfassung (pdf, rd. 150 kB) entnehmen. Hier können Sie die Kurz- und Langfassung zusammen herunterladen (pdf, rd. 150 kB). Dieser Text wurde am 25. November 2010 veröffentlicht. Ein kostenfreies Programm zur Darstellung und zum Ausdruck von pdf-Dateien und zusätzlichem Browser Plug-In zur On-Line-Darstellung in Ihrem Browser erhalten Sie zum Beispiel unter folgenden Adressen:
Weiterführende Literatur
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