Your world of Wpdance.com, Wpdance.com by WpDance

Home » Landwirtschaft » TTIP: 4 Gründe, warum das Wirtschaftsabkommen zwischen der EU und den USA weniger positiv ist, als es auf den ersten Blick scheint

TTIP: 4 Gründe, warum das Wirtschaftsabkommen zwischen der EU und den USA weniger positiv ist, als es auf den ersten Blick scheint

admin Nov 13,2015 0 Kommentare

field-857903_640

Das TTIP, ausgeschrieben das Transatlantic Trade And Investment Partnership, oder auch ‚transatlantisches Freihandelsabkommen“ genannt, ist eines der brisantesten Themen in der Wirtschaft diesen Jahres. Denn das geplante Abkommen sorgt für einiges an Aufsehen, sollen doch Produkte an den Markt kommen, die nach europäischem Standard gar nicht möglich wären, während wiederum der Warenaustausch bei technischen Produkten ebenfalls für mehr Umsatz im Export von europäischer Seite her schaffen würde. Nehmen wir jedoch die grössten Auswirkungen des Abkommens einmal genauer unter die Lupe.

Probleme für europäische landwirtschaftliche Strukturen

Das Lieblingsthema der meisten Boulevardmagazine ist zurzeit das sagenumwobene Chlorhühnchen, das mit dem TTIP am europäischen Markt ankommen soll. Obwohl das Thema oft sehr unseriös und oft sogar lächerlich dargestellt wird, und für populistische Meinungsmache verwendet wird, macht das Beispiel auf ein tatsächliches Problem aufmerksam.
Denn mit der Einführung des TTIPs würden landwirtschaftliche Produkte aus den USA importiert werden, die amerikanischen Gesetzen unterliegen würden. Diese Gesetze und Anforderungen liegen oft weiter unter denen der europäischen Union, was eine Untergrabung der Umwelt- und Tierschutzstandards in der Agrarwirtschaft und Tierhaltung zur Folge hätte. Denn sehr schnell würde sich herauskristallisieren, dass europäische Farmerunternehmen durch die höheren Auflagen keine Chance gegen die Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten hätte. Denn immer öfter ist der einzig entscheidende Faktor bei der Aufteilung des Markts der Preis – und da wären die europäischen Landwirte durch die strengeren Auflagen als die in den USA nicht mehr konkurrenzfähig.
Aber auch die kleinstrukturierte Landwirtschaft, die besonders in den Alpenländern, aber auch in wirtschaftlich schwachen Regionen für Arbeitsplätze und soziale Strukturen sorgt, wäre in ihrer Existenz bedroht. Denn Weltkonzerne wie etwa Monsanto oder auch Kraft Foods würden Klein- und Mittelbetriebe in der Landwirtschaft verdrängen, da das Preislevel ebenfalls nicht gehalten werden kann. Die Folge wäre ein sehr schnell voranschreitender Trend von regionaler Versorgung hin zu einer internationalisierten Landwirtschaft.

Billigere Ware, minderwertige Qualität

Wer bereits in den Vereinigten Staaten gespeist hat, wird einige Unterschiede zum europäischen Lebensmittelmarkt finden. Denn viele Dinge, die für Amerikaner normal sind, werden von uns als eher unsittlich empfunden. Beispielsweise das Tauchen der Hühnerfilets in eine Chlorlauge zur Desinfektion, aber auch spezielle Dünger und nicht zuletzt genetisch veränderte Lebensmittel, die durch Patente von Megakonzernen wie Monsanto abgesichert sind.
Da gentechnisch verändertes Getreide, Mais, etc. zu einer Verdrängung aufgrund der höheren Effizienz und dem grösseren Ertrag führen würden, käme es relativ schnell zu einem ungleichen Kamp am Markt, an dem am Ende nur einige wenige Sorten überleben würden. Die Folge wäre ein weitaus weniger facettenreicher Markt, als wir ihn jetzt kennen. Nicht standardisierte Lebensmittel, die nicht mit amerikanischen Standards produziert wurden, würden in Folge in weitaus kleineren Mengen produziert werden und wären wohl für viele Leute auf Dauer unerschwinglich.
Das amerikanische Freihandelsabkommen bietet zwar ein Wirtschaftswachstum von einem Kommabetrags eines Prozents, dass durch zusätzlichen Export geschaffen werden würde. Der Preis dafür ist allerdings hoch: Senkung der eigenen Umwelt- und Tierrechtstandards sind noch die geringfügigeren Nachteile, denn auch eine Verarmung der klein und mittelgrossen landwirtschaftlichen Betriebe und somit ein Verlust von zigtausenden Arbeitsplätzen in ohnehin oft schon schwach strukturierten Regionen droht, zur bitteren Realität zu werden.

Über den Autor

Schreibe einen Kommentar

*